Kindergärten

 

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Liebe Leserinnen und liebe Leser,

im März 2017 erhielten wir aus Peking von Frau Lange die Anfrage nach zwei Kindergartenplätzen für ihre Kinder Sophia (5 J.) und Jonathan (3 J.). Da wir bereits alle Betreuungsplätze vergeben hatten, blieb zunächst nur die Warteliste. Aufgrund des Wegzugs zweier Kinder konnten wir der Familie Anfang Mai dann doch die gute Nachricht nach China schicken.

Nun sind Sophia und Jonathan schon 1/2 Jahr bei uns und immer noch gibt es Spannendes aus ihrer Zeit in Beijing zu zeigen und berichten. Ihre Mutter, Frau Lange, erzählt:

GB 18-1 Chinesische SchriftzeichenGB 18-1 Zwei Kinder in chinesischer Kleidung

„Hello Sophia, my name is Mr. Dove“, begrüßte uns ein Mann mit weißem Hemd und Krawatte an Sophias erstem Tag im Kindergarten der British School of Beijing im August 2014. Sophia war damals gerade einmal zweieinhalb Jahre alt und ein förmlich gekleideter männlicher Erzieher mit britischem Akzent sollte nicht die einzige Umstellung sein.

Der Kindergartenalltag in China unterscheidet sich doch sehr von dem in Deutschland. Alle Kinder tragen eine Uniform und miteinander wird ausschließlich Englisch gesprochen. Die altershomogenen Kindergartengruppen bestehen aus 15 - 18 Kindern aus der ganzen Welt. Jede Gruppe wird von einem englischen Erzieher und 1 - 2 Assistentinnen betreut. Zudem unterstützt je eine chinesische Helferin (Ayi) die einzelnen Gruppen bei alltäglichen Arbeiten (z.B. Obstschneiden, Toilettengängen, Händewaschen etc.).

Der Kindergarten beginnt um 8:30 Uhr, wobei nur wenige Eltern ihre Kinder in den Kindergarten bringen. Die meisten Kinder (ab 2 Jahren) fahren mit dem Schulbus, was sich in Peking anbietet, denn viele Ausländer leben in den selben Hochhaussiedlungen. Zudem bleibt den Eltern das morgendliche Verkehrschaos in Peking erspart. Auf der Busfahrt werden die Kinder von einer Bus-Ayi begleitet. Diese misst zuerst einmal jedem Kind beim Einsteigen in den Bus Fieber.

GB 18-1 Straßenszenen aus Peking 1GB 18-1 KiGa-Szenen aus PekingGB 18-1 KiGa-Szenen aus Peking 2

 Bei der Ankunft im Kindergarten werden die Kinder von der Schulkrankenschwester und einer weiteren Ayi in Empfang genommen, die jedem Kind Desinfektionsschaum in die Hände sprüht und noch einmal Fieber misst. Dann beginnt der Kindergartentag, der sehr strukturiert einem Stundenplan folgt und Unterrichtseinheiten in Sport, Musik, Chor, Chinesisch und bei den Vorschulkindern (ab 4 Jahren) auch Lesen und Schreiben beinhaltet.

Wenn man in Peking mit Kindern lebt, ist die Luftverschmutzung ein großes Thema. Im Kindergarten spielen die Kinder bis zu einem Luftverschmutzungswert von 200 AQI draußen, allerdings bei hohen Werten auch nur mit Smog-Maske. Oberhalb dieses Grenzwertes entfallen alle Aktivitäten im Freien. Unter unserem weiß-blauen Himmel kann man sich Smog nur schwer vorstellen, aber der Mensch gewöhnt sich an vieles und auch in Peking lebt man nicht  schlecht… nur anders!
Seit dem Sommer 2017 sind wir wieder zurück in Wolfratshausen und sehr glücklich, im Kindergarten in der Kräuterstrasse so offen und warmherzig empfangen worden zu sein. Unsere beiden Kinder, Sophia und Jonathan, haben sich sehr schnell eingelebt und Anschluss gefunden. Allerdings vermisse ich bei manch morgendlicher Diskussion mit meiner Tochter vor dem Kleiderschrank die Schuluniform von damals.

Die Kinder fühlen sich inzwischen sehr wohl. Sophia sagt: „Im Kindergarten ist es toll!“ Sie freut sich auf ihren individuellen Schulranzen mit Einhorn, Glitzer und pink-blauen Wolken. Jonathan findet Urlaub in Israel und die Flugreise dorthin am schönsten. Bei uns spielt er am liebsten Zug gemeinsam mit seinem besten Freund Orell. Wir freuen uns jeden Tag so liebe Weltreisende bei uns zu haben. Unser besonderer Dank gilt Frau Lange, die gleich so engagiert in unserem Elternbeirat und dem Beschließenden Ausschuss Kindergarten mitarbeitete.

Herzliche Frühlingsgrüße!
Ihre Rosi Schwarze