Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde St. Michael Wolfratshausen

Porträt

Das Porträt:

Barbara Kneisl 

39 Jahre
Quadrat-Liebhaberin
Graf ik-Designerin

Porträt Barbara Kneisl

Was ist Kommunikations- Design?
Es ist die Kunst, Ideen so zu wählen und umzusetzen, dass die gewünschte Aussage sichtbar wird.

Was kommuniziert dann z.B. unsere St. Michael-Kirche?
Die große Eingangspforte will einladen, deren Borte verspricht: Es erwartet dich was Schönes. Der Gang durch das Portal heißt auch, gesegnet zu werden. Die zentrale Ausrichtung im Innenraum fokussiert, ebenso wie der Schmuck des Altarraums, und sagt: Hier passiert das Wesentliche. Das besondere von St. Michael ist, dass dieser Kirchenraum einfach und klar, aber nicht nüchtern spricht.

Unser Gemeindebrief ist Dein Baby. Was sagt er mit seiner Gestaltung aus?
Durch das Layout will er auch jüngere Leute ansprechen. Damit drückt er aus, dass Glaube keine Frage des Alters ist. Er möchte zum Anschauen und Weiterlesen anregen. Damit bringt die Gemeinde zum Ausdruck, dass sie Kontakt mit dem Leser will. Sie will dazu anregen, sich mit dem auseinanderzusetzen, was alle angeht. Damit ist der Gemeindebrief schon für sich selber ein Angebot, sich mit dem Glauben zu beschäftigen. Natürlich sollte er auch Informationen sortiert und auffindbar anbieten.

Hinter jedem guten Layout steht ein Raster...
(lacht) Als Gestalter lernen wir ein Raster zu erstellen, es einzuhalten – und es dann zu brechen. Das sechspaltige Raster unseres Gemeindebriefes ist gut, weil es viel Raum für Variationen lässt. Ich kann zweispaltig, dreispaltig, aber auch einspaltig gestalten. Dadurch kann jede Rubrik ihr eigenes Gesicht bekommen und trotzdem kann ein einheitliches Charakter gewahrt werden. Und mit dem Raster ist es wie mit allen Regeln im Leben. Die Kunst besteht darin, die Regeln zu achten ohne sie diktatorisch werden zu lassen.

Wer im Gemeindebrief blättert, entdeckt immer wieder das Quadrat.
Ja, das Quadrat. Ich liebe es irgendwie. Es ist ruhig, lässt sich gut kombinieren und in viele kleine Quadrate auflösen. Es eignet sich als Symbol für eine Gemeinschaft vieler Einzelner.

Bei der Konzeption des Gemeindebriefes warst Du federführend dabei und hast uns später mit Rat und Tat zur Seite gestanden. Neuerdings liegt die Gestaltung ganz in Deiner Hand. Ein Auftrag wie jeder andere? Nein, gar nicht. Mir hat von Anfang an gefallen, dass ich als Gestalterin sehr viele Freiheiten hatte. Dadurch konnte ich viel von mir selber einbringen, bin mehr als nur Dienstleister. Ich mag diese sehr offene und fruchtbare Zusammenarbeit, sie macht mir Spaß.

Die Fragen stellte Edzard Everts